Artoalla: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Monti di Cauco
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== Das grösste Maiensäss der Gemeinde Cauco ==
+
(Detaillierte Informationen folgen später.)
 
 
Wer sich heute in [[Cauco]] einigermassen auskennt könnte leicht denken, der Titel sei falsch; zumindest [[La Motta]] und [[Cavaionc]] präsentieren sich als stattlichere Maiensässe (Monti). Das war aber, wie die folgenden Zahlen belegen, ursprünglich ganz anders:
 
 
 
{| class="wikitable"
 
|
 
|Artoalla (1260 - 1320 müM)
 
|[[Cavaionc]] (1250 - 1310 müM)
 
|[[La Motta]] (1370 - 1390 müM)
 
|-
 
|Anzahl Betriebe archäologisches Inventar
 
|24
 
|14
 
|10
 
|-
 
|Anzahl Gebäude archäologisches Inventar
 
|54
 
|30
 
|17
 
|-
 
|Im Jahr 2000 noch intakte Gebäude
 
|7
 
|17
 
|16
 
|}
 
 
 
Wieso ist Artoalla in weit grösserem Umfang zur Ruinenlandschaft geworden als [[Cavaionc]] und [[La Motta]]?
 
 
 
Meiner Meinung nach spielten hier die Veränderungen innerhalb der Landwirtschaft im Verlaufe des 19. Jh. eine entscheidende Rolle. Das Gelände im Raum Artoalla ist steiler, felsiger und zum Teil von Spalten durchzogen. Dies fiel in einer Zeit als die Kleinbauernfamilien nur ihre Ackerterrassen und einige Ziegen besassen nicht ins Gewicht. Als aber im 19. Jh. die Rinderhaltung zunahm, während der Ackerbau fast völlig verschwand, waren für das Rindvieh geeignete Weideflächen gefragt, und solche sind in Artoalla rar.
 
 
 
Das Vieh wurde, da man auf dem Privatland der Monti Winterfutter gewinnen musste, ohnehin so lange wie möglich auf höher gelegenen Weiden zum Beispiel im [[Val Conca]] oder in Waldlichtungen gehalten. Damit gewannen die näher bei diesen Weideflächen liegenden höheren Monti als temporärer Wohnplatz an Attraktivität. Kein Wunder also, dass bei schrumpfender Betriebszahl vor allem in [[La Motta]] investiert wurde und nicht in Artoalla. Sechs von neun Bauernfamilien haben zwischen 1870 und 1930 in [[La Motta]] neu gebaut bzw. Umbauten vorgenommen. Umgekehrt stürzten in Artoalla die nicht mehr unterhaltenen funktionslos gewordenen Gebäude mehrheitlich ein, bevor die Nachfrage nach Rustici im Calancatal strassenferne Monti erreichte. Nur gerade die Monti von zwei Familien stehen am Ende des 20. Jh. noch und dienen als selten benutzte Ferienunterkunft bzw. als Stützpunkt für Arbeitslager.
 
 
 
Es existieren in Artoalla noch Gebäude (archäologisches Inventar = 100%):
 
 
 
{| class="wikitable"
 
|Im Jahr
 
|1900
 
|1930
 
|1968
 
|2000
 
|-
 
|ca.
 
|48%
 
|35%
 
|26%
 
|13%
 
|}
 
 
 
Bis in die 60er-Jahre des 20. Jh. spiegelt sich im Niedergang von Artoalla exakt der fortschreitende Zusammenbruch der traditionellen Berglandwirtschaft in der Gemeinde [[Cauco]]. Seither weiden im Herbst noch ein paar Rinder in Artoalla, denn dank dem Bau einiger Strassen bestehen unten im Dorf drei Bauernbetriebe vorderhand weiter.
 

Aktuelle Version vom 17. Juni 2023, 09:23 Uhr

(Detaillierte Informationen folgen später.)